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KI für dich · Frei lesbar · 7 Min. Lesezeit

KI für Schüler: Was erlaubt ist und wie du damit lernst

Ein KI-Verbot für alle Schulen gibt es nicht: Ob du KI nutzen darfst, entscheiden Land, Schule und Lehrkraft, und heimliche Nutzung kann als Täuschung gelten. In Bayern etwa sind digitale Geräte in Klassenarbeiten ohne Erlaubnis der Lehrkraft nicht zugelassen, Unterschleif wird mit der Note 6 bewertet. Bei Hausaufgaben und Referaten verlangen zum Beispiel NRW und Brandenburg, dass du KI wie eine Quelle angibst. Zum Lernen eignen sich der kostenlose Lernmodus von ChatGPT (ab 13 mit Erlaubnis der Eltern) und Werkzeuge, die deine Schule freischaltet, etwa AIS.chat, fobizz oder Gemini mit Schulkonto (Stand Oktober 2026).

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Werkzeuge für Schülerinnen und Schüler

Geprüft am 18. Oktober 2026

  • AIS.chat (früher telli)5,6EingeschränktKostenlos, wenn dein Land und deine Schule ihn freischalten

    Schul-Chatbot der Länder; Schülerinnen und Schüler nutzen ihn bisher nur über einen Link oder QR-Code ihrer Lehrkraft, etwa für Lernszenarien und fiktive Dialogpartner. Läuft laut FWU nur in der EU.

  • fobizz (Klassenraum)6,7EingeschränktFür dich kostenlos; die Lizenz läuft über Land, Schule oder Lehrkraft

    KI-Chat, Bild- und Text-KI im Klassenraum deiner Lehrkraft; Zugang mit Schülercode ohne eigene Registrierung. Die Lehrkraft kann deine Eingaben einsehen.

  • ChatGPT mit Lernmodus8,9,10,11VerfügbarLernmodus kostenlos; Plus 23 € im Monat

    Erklärt Schritt für Schritt, stellt Rückfragen und fragt dich ab, statt sofort die Lösung zu liefern. Ab 13 mit Erlaubnis der Eltern; unter 18 automatisch Teen-Version.

  • Gemini und Gemini Notebook mit Schulkonto13,14,15EingeschränktFür Schulen in Workspace for Education kostenlos

    Chatten und eigene Unterlagen hochladen, um gezielt dazu zu lernen; nur wenn deine Schule Google Workspace for Education nutzt und der Admin es zulässt. Unter 18 strengere Regeln.

  • Gemini Notebook mit privatem Konto15,16,17Verfügbar

    Eigene PDFs, Websites oder Videos hochladen und Fragen genau dazu stellen; setzt das Mindestalter für ein eigenes Google-Konto voraus, in Deutschland 16 Jahre.

  • DeepL Übersetzer und Write19,20VerfügbarKostenlose Version

    Texte übersetzen und eigene Texte verbessern. In der kostenlosen Version keine persönlichen Daten eingeben, Texte können zum Training genutzt werden.

Was Schulen in Deutschland regeln

Schule ist in Deutschland Ländersache. Eine gemeinsame Linie haben die Kultusministerien in ihrer Handlungsempfehlung zu KI vom 10. Oktober 2024 festgehalten. Sie verbietet KI nicht, sondern will, dass Schülerinnen und Schüler einen mündigen, altersangemessenen Umgang mit KI lernen. Daraus ergeben sich laut den Ländern Absprachen dazu, wie KI-generierte Produkte verwendet und gekennzeichnet werden. Prüfungsformate, die eine eigenständige Leistung nicht rechtlich sauber sicherstellen, sollen abgeschafft oder grundlegend weiterentwickelt werden, und Noten gibt am Ende immer eine Lehrkraft, nicht die KI.

Die konkreten Regeln stehen in den Schulgesetzen, Prüfungsordnungen und Leitfäden der Länder. Drei Beispiele: In Bayern dürfen Schülerinnen und Schüler digitale Geräte nur nutzen, wenn die Aufsicht es erlaubt, auch bei Leistungserhebungen. Das Schulministerium NRW hat schon 2023 einen Handlungsleitfaden veröffentlicht, nach dem KI-Nutzung wie jede andere Hilfe vollständig angegeben werden muss. Brandenburg hat 2023 einen Leitfaden mit weitgehend gleichen Regeln veröffentlicht. Beide Leitfäden sind auf den Seiten der Ministerien weiterhin die aktuelle Fassung.

Dazu kommen die Absprachen an deiner Schule und in deinem Fach. Manche Lehrkräfte erlauben KI ausdrücklich, andere schließen sie für eine Aufgabe aus.

Unsere Einordnung: Die Grundidee ist in den Ländern ähnlich, die Details unterscheiden sich aber. Was deine Lehrkraft für eine Aufgabe festlegt, gilt.

Hausaufgaben, Referate und Prüfungen: wann es Täuschung ist

Hausaufgaben und Referate: Laut NRW-Leitfaden musst du KI-Werkzeuge, die du freiwillig nutzt, als Quelle angeben. Gibst du nicht an, dass ein Text ganz oder teilweise mit KI entstanden ist, ist das eine Täuschung über die Autorenschaft. Hat die Lehrkraft KI für die Aufgabe ausgeschlossen, ist die Nutzung außerdem ein unzulässiges Hilfsmittel und ein Täuschungsversuch. Das gilt laut Leitfaden auch für die meist unbenoteten Hausaufgaben: Du sollst sie selbst erledigen und Hilfsmittel korrekt angeben. Brandenburg formuliert es in seinem Leitfaden genauso.

Wie die Angabe aussehen kann, schlägt NRW so vor: Du nennst das KI-Werkzeug und listest die Prompts auf, also die Anweisungen und Fragen, mit denen du die KI gesteuert hast. Den von der KI erzeugten Text legst du bei. So sieht die Lehrkraft, was deine eigene Leistung ist.

Klassenarbeiten und Prüfungen: In Bayern sind digitale Geräte bei Leistungserhebungen ohne Erlaubnis der Lehrkraft grundsätzlich nicht zugelassen. Für Unterschleif mit KI gelten dieselben Regeln wie für den klassischen Spickzettel: Die Leistung wird mit der Note 6 beziehungsweise 0 Punkten bewertet, teilweise schon beim Versuch, und zusätzlich ist eine Ordnungsmaßnahme möglich. Das Kultusministerium beschreibt ausdrücklich auch Smartwatches, Mini-Kopfhörer, smarte Brillen und Taschenrechner mit Internetzugang als mögliche Hilfsmittel.

KI-Erkennung: Ob es zuverlässige Software geben wird, die KI-Texte nachweist, ließ sich laut NRW-Leitfaden von 2023 nicht abschließend einschätzen. Lehrkräfte können aber zum Beispiel im Gespräch über deine Arbeit prüfen, ob du sie selbst verstanden und erstellt hast.

Unsere Einordnung: Ehrliches Angeben schützt dich besser als die Hoffnung, nicht aufzufallen. Wer ein Referat nicht erklären kann, fällt spätestens bei Nachfragen auf.

Passende Werkzeuge und ihre Altersgrenzen (Stand Oktober 2026)

Werkzeuge deiner Schule: Fast alle Bundesländer stellen öffentlichen Schulen inzwischen KI-Werkzeuge über Landeslizenzen kostenlos bereit, berichtet das Deutsche Schulportal. Nicht überall sind schon alle Schulen dabei: NRW zum Beispiel führt AIS.chat nach und nach ein. Am weitesten verbreitet ist AIS.chat (bis Mai 2026 telli), der Schul-Chatbot der Länder. Schülerinnen und Schüler können ihn laut Betreiber FWU bisher nur über einen Link nutzen, den ihre Lehrkraft teilt, etwa für Lernszenarien oder Gespräche mit fiktiven Dialogpartnern. Bei fobizz bekommst du über einen Klassenraum deiner Lehrkraft einen Schülercode und brauchst laut Anbieter keine eigene Registrierung. Auch bei schulKI brauchst du laut Anbieter kein eigenes Konto: Du trittst über einen Link deiner Lehrkraft für begrenzte Zeit bei.

ChatGPT mit Lernmodus: Der Lernmodus ist laut OpenAI in allen Tarifen verfügbar, also auch kostenlos. Statt sofort die Lösung zu liefern, stellt ChatGPT Rückfragen, erklärt Schritt für Schritt und fragt dein Wissen ab. Du startest ihn mit @study oder über das Plus-Menü. ChatGPT ist laut den europäischen Nutzungsbedingungen ab 13 Jahren erlaubt, unter 18 nur mit Erlaubnis der Eltern. Erkennt ChatGPT, dass du unter 18 bist, schaltet es automatisch eine Teen-Version mit Schutzfunktionen ein; Eltern können Lernzeiten festlegen, in denen neue Chats im Lernmodus starten. ChatGPT Plus kostet laut OpenAI-Preisseite 23 Euro im Monat; für den Lernmodus brauchst du es nicht.

Gemini und Gemini Notebook (früher NotebookLM) mit Schulkonto: Nutzt deine Schule Google Workspace for Education, sind beide dort laut Google kostenlos und für alle Altersgruppen möglich, wenn der Admin sie zulässt. Unter 18 gelten strengere Inhaltsregeln, und einige Funktionen können eingeschränkt sein. In Gemini Notebook lädst du eigene Unterlagen hoch und stellst Fragen genau dazu, etwa für eine Prüfungsvorbereitung.

Privat: Ein eigenes Google-Konto darf man in Deutschland laut Google erst ab 16 Jahren selbst verwalten, und Gemini Notebook setzt dieses Mindestalter voraus. Für Kinderkonten mit Elternaufsicht sind Gemini-Apps im Europäischen Wirtschaftsraum nicht verfügbar. Den DeepL Übersetzer und DeepL Write gibt es in einer kostenlosen Version. Claude ist erst ab 18 erlaubt.

Mehr zu Altersgrenzen und Elternfunktionen steht auf unserer Seite KI für Eltern.

Lernen statt Abschreiben

Die Kultusministerien gehen davon aus, dass KI-gestützte Lernmaterialien beim Erwerb von Grundkompetenzen helfen können. Sie halten aber auch fest, dass die Forschung zur Lernwirksamkeit generativer KI noch unzureichend ist.

OpenAI schreibt selbst, dass der Lernmodus dir helfen soll, den Stoff zu verstehen, und dass du bei benoteten Arbeiten die KI-Regeln deiner Schule und Lehrkraft befolgen sollst.

Unsere Einordnung: Am meisten bringt KI, wenn du sie wie eine geduldige Nachhilfe nutzt und nicht wie eine Abschreibvorlage. Ein paar Beispiele:

Erklären lassen: „Erklär mir die binomischen Formeln so, als wäre ich in der 8. Klasse, und gib mir danach drei Aufgaben.“

Abfragen lassen: Lade deine Notizen hoch und lass dich vor einer Arbeit Frage für Frage abfragen, ohne dass die KI die Antworten vorher verrät.

Gegenlesen lassen: Schreib deinen Text selbst und frag dann nach Fehlern und unklaren Stellen, statt dir einen neuen Text schreiben zu lassen.

Prüfen: KI kann sich irren und Fakten oder Quellen erfinden. Prüf wichtige Angaben im Schulbuch oder in seriösen Quellen nach, bevor du sie übernimmst.

Und denk an die Klassenarbeit: Dort hast du keine KI dabei. Was du nur abgeschrieben hast, kannst du dort nicht.

Datenschutz: Schulkonto oder privates Konto

Schulkonten sind beim Datenschutz meist die bessere Wahl, aber nicht unsichtbar.

Google Workspace for Education: Mit dem Schulkonto werden deine Eingaben in Gemini und Gemini Notebook laut Google nicht von Menschen geprüft und nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Die Schule kann aber laut Google Gemini-Unterhaltungen in ihrer Domain durchsuchen und exportieren und festlegen, wie lange Chats gespeichert werden.

fobizz: Lehrkräfte können laut Anbieter die Eingaben ihrer Schülerinnen und Schüler einsehen.

AIS.chat: Der Schul-Chatbot läuft laut FWU ausschließlich in der EU; als Schülerin oder Schüler nutzt du ihn bisher nur über einen Link deiner Lehrkraft.

Privates ChatGPT: In den Privatversionen kann OpenAI deine Inhalte zum Training nutzen. Abschalten kannst du das unter Einstellungen, Datenkontrollen, „Das Modell für alle verbessern“. Bewertest du eine Antwort mit Daumen hoch oder runter, kann das ganze Gespräch trotzdem zum Training genutzt werden.

DeepL kostenlos: DeepL behält sich vor, Texte aus den kostenlosen Diensten für einen begrenzten Zeitraum zum Training zu verarbeiten. Personenbezogene Daten darfst du laut Nutzungsbedingungen dort gar nicht eingeben.

Das NRW-Schulministerium hat 2023 davon abgeraten, ChatGPT im Unterricht über eigene Konten der Schülerinnen und Schüler zu nutzen, vor allem aus Datenschutzgründen.

Unsere Einordnung: Gib in keine KI deinen vollen Namen, deine Adresse, Noten, Fotos von Mitschülern oder private Probleme anderer Menschen ein. Für Schulaufgaben reicht fast immer der Stoff selbst.

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Quellen

  1. KMK: Handlungsempfehlung für die Bildungsverwaltung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz in schulischen Bildungsprozessen (10.10.2024)
  2. Bayerisches Kultusministerium: Sicherheit und Fairness bei der Durchführung von Leistungsnachweisen (KI und Unterschleif)
  3. Ministerium für Schule und Bildung NRW: Textgenerierende KI und Handlungsleitfaden
  4. Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Brandenburg: Handlungsleitfaden zur Nutzung von textgenerierenden KI-Anwendungen an Schulen
  5. FWU: AIS.chat, der KI-Chatbot für die Schule
  6. Deutsches Schulportal: AIS.chat, fobizz und Co, diese KI-Tools können Schulen nutzen (Stand 28.09.2026)
  7. fobizz: Tools und KI für Schule und Unterricht
  8. OpenAI Help Center: Using study mode in ChatGPT
  9. OpenAI Help Center: ChatGPT for Teens
  10. OpenAI: Europe Terms of Use
  11. OpenAI: ChatGPT-Preise für Deutschland (Plus 23 € im Monat, abgerufen am 18.10.2026)
  12. OpenAI Help Center: How your data is used to improve model performance
  13. Google Workspace-Hilfe: Quickstart guide to Gemini and Gemini Notebook for Education
  14. Google Workspace-Hilfe: Control access to Google services by age
  15. Google Blog: NotebookLM is now available to younger users (04.08.2025)
  16. Gemini-Notebook-Hilfe: Gemini Notebook
  17. Google-Konto-Hilfe: Mindestalter für Google-Konten
  18. Google für Familien-Hilfe: Gemini-Apps für Ihr Kind einrichten
  19. DeepL: Nutzungsbedingungen für die kostenlosen Dienste
  20. DeepL: Datenschutzerklärung
  21. Claude Help Center: Minimum age requirement
  22. schulKI: KI-Tools für Schulen und Unterricht

KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.

KI für Schüler: Was erlaubt ist und wie du damit lernst