KI für dich · Frei lesbar · 5 Min. Lesezeit
KI für Handwerker: Angebote, Telefon, Dokumentation und Datenschutz
Im Handwerk hilft KI vor allem bei der Büroarbeit: Angebotstexte und Kundenmails vorformulieren, Notizen zu Bautagesberichten machen, Anrufe annehmen, wenn alle auf der Baustelle sind, und Fotos von Schäden beschreiben. Allgemeine Chatbots wie ChatGPT und Gemini gibt es kostenlos, KI-Telefonassistenten gibt es teils kostenlos mit kleinem Minutenkontingent, bei IONOS ab 39 Euro im Monat, Handwerkersoftware mit KI-Funktionen kostet meist mehr (Stand Oktober 2026). Wer Kundendaten eingibt oder Anrufe von einer KI annehmen lässt, braucht einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung und muss Anrufer informieren.
Werkzeuge für Handwerker
Geprüft am 11. Oktober 2026
Angebotstexte, Kundenmails und Bautagesberichte aus Stichpunkten formulieren, Fotos von Bauteilen oder Schäden beschreiben lassen; Bild-Uploads sind kostenlos begrenzt.
Im Gespräch die Handykamera auf ein Bauteil oder einen Schaden richten und erklären lassen, Texte und Kundenantworten entwerfen.
Nimmt Anrufe an, wenn alle auf der Baustelle sind, fragt das Anliegen ab und schickt eine Zusammenfassung per E-Mail; Terminbuchung ab dem mittleren Tarif.
Handwerkersoftware für Angebote und Rechnungen; laut Anbieter erstellt die KI Angebotsentwürfe aus Notizen, Sprachaufnahmen und Bildern. Dazu ein KI-Empfang fürs Telefon mit 60 Credits im Monat, ein Credit je angefangener Gesprächsminute; mehr kostet extra.
Handwerkersoftware für Angebote, Aufträge und Baustellendokumentation; KI-Anrufannahme gibt es laut Preisseite erst ab HERO OS (ab 119 € bei Jahreszahlung, 135 € monatlich, zzgl. MwSt.).
Wo KI im Handwerksbetrieb heute hilft
Die meiste Zeit, die KI im Handwerk spart, liegt im Büro und nicht auf der Baustelle. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks sammelt Praxisbeispiele aus Betrieben. Dazu gehören ein Anrufbeantworter, der mitdenkt, Chatbots für Kundenanfragen rund um die Uhr, Angebote auf Knopfdruck und Schulungsunterlagen, die mit ChatGPT erstellt wurden.
Grob gibt es drei Arten von Werkzeugen. Erstens allgemeine Chatbots wie ChatGPT oder Gemini, die Texte schreiben, erklären und Fotos verstehen. Zweitens KI-Telefonassistenten, die eingehende Anrufe annehmen. Drittens Handwerkersoftware für Angebote, Rechnungen und Projekte, in die Hersteller inzwischen KI-Funktionen einbauen.
Unsere Einordnung: Für den Einstieg reicht oft ein allgemeiner Chatbot. Branchensoftware lohnt sich eher, wenn du ohnehin Angebote, Aufmaß und Rechnungen digital in einem System machen willst.
Angebote und Dokumentation
Mit einem allgemeinen Chatbot kannst du aus Stichpunkten einen freundlichen Angebotstext, eine Antwort auf eine Kundenbeschwerde oder einen Bautagesbericht formulieren lassen. ChatGPT und Gemini gibt es kostenlos. Laut Notebookcheck kostet ChatGPT Go in Deutschland 8 Euro und Plus 23 Euro im Monat. Google AI Pro kostet laut Google 21,99 Euro im Monat.
Handwerkersoftware geht einen Schritt weiter. Plancraft wirbt damit, dass seine KI aus Notizen, Sprachaufnahmen, Bildern, Aufmaßen oder Preislisten einen Angebotsentwurf erstellt. Der kleinste Tarif kostet laut Preisseite 59,90 Euro im Monat bei Jahreszahlung oder 74,90 Euro bei monatlicher Zahlung, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Bei HERO beginnt der Plan HERO Select laut Preisseite bei 69 Euro im Monat bei Jahreszahlung oder 79 Euro bei monatlicher Zahlung, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer. KI-Funktionen wie die Anrufannahme gibt es dort erst ab dem Plan HERO OS für 119 Euro bei Jahreszahlung oder 135 Euro bei monatlicher Zahlung, ebenfalls zuzüglich Mehrwertsteuer.
Wichtig: Die Datenschutzaufsichtsbehörden betonen, dass KI-Ergebnisse keinen Anspruch auf Richtigkeit haben. Mengen, Preise und technische Angaben in einem Angebot musst du immer selbst prüfen.
Telefon: Wenn eine KI Anrufe annimmt
KI-Telefonassistenten nehmen Anrufe an, fragen das Anliegen ab und schicken dir eine Zusammenfassung. Das Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg hat in einem Erfahrungsbericht die Einführung eines solchen Assistenten in einem Hörakustikbetrieb beschrieben. Ziel war, dass das Team Beratungen ungestört führen kann und Terminanfragen trotzdem erfasst werden.
Beispiele für Preise: IONOS nennt für seinen KI-Telefonassistenten 39 Euro im Monat mit 30 Anrufen, 69 Euro mit 100 Anrufen und Terminbuchung sowie 99 Euro mit allen Anrufen, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Plancraft hat laut Preisseite einen KI-Empfang in allen Tarifen, den es laut Hilfe-Center auch einzeln kostenlos gibt. Enthalten sind 60 Credits im Monat, jede angefangene Gesprächsminute kostet einen Credit. Sind sie verbraucht, nimmt die KI keine Gespräche mehr an, die Anrufe werden nur noch protokolliert. Größere Kontingente kosten extra, ab 89,90 Euro im Monat oder 79,90 Euro für plancraft-Kunden, jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer.
Rechtlich gilt: Seit dem 2. August 2026 müssen KI-Systeme, die direkt mit Menschen sprechen, laut EU-Kommission so gestaltet sein, dass die Person erfährt, dass sie mit einer KI redet, außer das ist offensichtlich. Die IT-Recht Kanzlei empfiehlt eine Ansage zu Beginn, die auf KI und Aufzeichnung hinweist, auf weitere Datenschutzinfos verweist und die Einwilligung abfragt. Außerdem brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter und einen Datenschutzhinweis, am besten auf deiner Website.
Fotos von Schäden auswerten
Viele Chatbots verstehen Bilder. Bei Gemini kannst du laut Google im Gespräch per Gemini Live die Handykamera einschalten und zeigen, was du siehst, zum Beispiel ein unbekanntes Bauteil oder einen Feuchteschaden. ChatGPT kann ebenfalls Fotos auswerten; in der Gratisversion sind Bild-Uploads laut OpenAI begrenzt.
Das ist nützlich, um ein Teil zu benennen, eine Kundenmeldung zu verstehen oder einen Schaden für die Dokumentation zu beschreiben.
Unsere Einordnung: Eine KI-Beschreibung ist kein Gutachten und keine Diagnose. Die fachliche Bewertung bleibt bei dir. Achte außerdem darauf, was auf dem Foto zu sehen ist. Gesichter, Namen am Klingelschild oder private Unterlagen in der Wohnung der Kundschaft sind personenbezogene Daten. Die Datenschutzkonferenz weist darauf hin, dass es meist nicht reicht, nur Namen und Anschriften zu entfernen, um Personenbezug zu vermeiden.
Datenschutz und Pflichten für den Betrieb
Die Datenschutzkonferenz, also die deutschen Aufsichtsbehörden, empfiehlt für die berufliche Nutzung: Der Betrieb stellt Geräte und Konten bereit, statt dass Beschäftigte private Konten nutzen. In diesen Konten sollte das Training mit Eingaben abgeschaltet und der Verlauf nicht über die Sitzung hinaus gespeichert werden. Wer eine KI eines externen Anbieters für eigene Zwecke einsetzt, braucht in der Regel einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 der DSGVO.
Beispiel OpenAI: In den Privatversionen von ChatGPT kann OpenAI Inhalte zum Training nutzen, das lässt sich in den Datenkontrollen abschalten. Bei ChatGPT Business nutzt OpenAI Eingaben laut eigener Aussage standardmäßig nicht zum Training.
Die IHK München erinnert daran, dass auch die Informationspflichten der DSGVO gelten, du also Kundschaft über die Verarbeitung informieren musst.
Der AI Act verpflichtet Betriebe außerdem zur Förderung von KI-Kompetenz. Seit einer Änderung im Juli 2026 müssen Anbieter und Betreiber laut der Kanzlei White & Case Maßnahmen ergreifen, um ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu unterstützen, statt sie sicherzustellen. Eine kurze Einweisung und klare Regeln, was in die KI darf und was nicht, sind ein guter Anfang.
Quellen
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz (Mai 2024)
- ZDH Unternehmensführung im Handwerk: Best Practice KI
- Mittelstand-Digital Zentrum Hamburg: Einführung eines KI-Telefonassistenten im Handwerk
- IT-Recht Kanzlei: KI-Telefonie im Kundensupport, was ist datenschutzrechtlich zu beachten?
- EU-Kommission: Transparenzpflichten nach Artikel 50 des KI-Gesetzes (FAQ)
- IONOS: KI-Telefonassistent, Tarife
- plancraft: Preise und KI-Empfang
- plancraft: Funktionsvergleich mit KI-Angebotserstellung
- HERO Software: Preise und Pläne
- OpenAI: ChatGPT-Preise (Deutschland)
- Notebookcheck: ChatGPT Plus für 23 Euro (17.09.2026)
- OpenAI Help Center: How your data is used to improve model performance
- Google-Hilfe: Mit Gemini Live natürliche Unterhaltungen führen
- Google: Gemini-Abos und Preise (Deutschland)
- White & Case: EU AI Omnibus enters into force, amending the AI Act
- IHK München: Datenschutz und Künstliche Intelligenz
- plancraft-Hilfe: Preise und Tarife für den KI-Empfang
KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.