KI für dich · Frei lesbar · 4 Min. Lesezeit
KI für Senioren: Wofür sie im Alltag hilft und wie du sicher bleibst
KI kann älteren Menschen im Alltag konkret helfen: Briefe entwerfen, schwierige Begriffe erklären, Kleingedrucktes per Handykamera vorlesen und sich per Sprache unterhalten. ChatGPT, Gemini und die Vorlese-App Be My Eyes kannst du in Deutschland kostenlos nutzen, Alexa+ ist im kostenlosen Vorabzugang, die neue Siri AI gibt es auf dem iPhone in der EU dagegen nicht (Stand Oktober 2026). Gib keine sensiblen Daten ein, prüf wichtige Antworten nach und leg bei Anrufen mit angeblichen Notlagen sofort auf.
Werkzeuge für Senioren
Geprüft am 11. Oktober 2026
Briefe vorformulieren, Begriffe aus Arzt- oder Behördenschreiben erklären lassen, Fotos von Schreiben hochladen; Sprachmodus und Bild-Uploads sind in der Gratisversion begrenzt.
Per Stimme Fragen stellen und über die Handykamera Geräte, Etiketten oder Schilder erklären lassen; Vorlese-Orientierungshilfe nur auf Android und schrittweise.
Mit dem Echo-Lautsprecher in normaler Sprache sprechen, Termine eintragen, Radio hören und das Smart Home per Stimme steuern.
Fotos beschreiben lassen, Texte vorlesen oder übersetzen lassen, gedacht für blinde und sehbehinderte Menschen.
- Siri AI auf iPhone und iPad10Nicht verfügbar
Die neue KI-Siri wäre ein Sprachassistent direkt im iPhone; in der EU ist sie auf iPhone und iPad nicht verfügbar. Auf dem Mac gibt es sie als Beta mit Warteliste, nur mit macOS 27 auf neueren Macs und nur auf Englisch.
Wofür KI älteren Menschen im Alltag hilft
Die meisten Menschen nutzen KI heute als Chatbot: Du schreibst oder sprichst eine Frage in ganz normalen Sätzen, und das Programm antwortet. Für den Alltag heißt das zum Beispiel: einen Brief an die Krankenkasse oder Hausverwaltung vorformulieren lassen, einen Fachbegriff aus dem Arztbrief in einfachen Worten erklären lassen oder eine lange Anleitung zusammenfassen.
Viele Programme können inzwischen auch Bilder verstehen. Du fotografierst ein Schreiben, ein Typenschild oder eine Medikamentenpackung und fragst, was darauf steht. Andere hören zu und antworten mit Stimme, sodass du gar nicht tippen musst.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) hat dazu einen Ratgeber herausgegeben. Die vierte, erweiterte Auflage erklärt, wo Ältere im Alltag auf KI treffen, wie Sprachassistenten funktionieren, und enthält neue Kapitel zu Text- und Bildgeneratoren sowie Einblicke in örtliche KI-Lernorte, an denen man den Umgang üben kann.
Sprechen statt tippen: Sprachassistenten und Kamera
Gemini von Google hat eine Sprachfunktion namens Gemini Live, die laut Google auch in der kostenlosen Version enthalten ist. In der Handy-App kannst du dabei die Kamera einschalten und Gemini zeigen, was du siehst, etwa ein Gerät, das du nicht bedienen kannst. Auf Android-Handys führt Google zusätzlich schrittweise eine Orientierungshilfe ein, die Kleingedrucktes auf Etiketten vorliest oder Gegenstände im Schrank finden hilft. Google warnt selbst, dass sie Fehler machen kann und nicht zur Navigation oder Hinderniserkennung gedacht ist.
ChatGPT bietet ebenfalls einen Sprachmodus. In der Gratisversion ist er laut OpenAI begrenzt, ebenso das Hochladen von Bildern.
Für blinde und sehbehinderte Menschen gibt es die App Be My Eyes. Die eingebaute Funktion Be My AI beschreibt Fotos und beantwortet Fragen dazu. Die App ist laut App Store kostenlos und auf Deutsch verfügbar.
Bei Lautsprechern zu Hause hat Amazon am 7. Mai 2026 Alexa+ in Deutschland gestartet, eine KI-Version von Alexa, mit der man sich laut Amazon in natürlicher Sprache unterhalten kann. Sie läuft vorerst in einem Vorabprogramm (Early Access) auf den meisten Echo-Geräten.
Die neue Siri AI von Apple ist laut Apple in der EU auf iPhone, iPad und Apple Watch nicht verfügbar. Auf dem Mac gibt es sie als Testversion (Beta) mit Warteliste. Dafür brauchst du macOS 27 Golden Gate und einen Mac mit M1-Chip oder neuer oder ein MacBook Neo, außerdem müssen Geräte- und Siri-Sprache auf Englisch stehen.
Was es kostet (Stand Oktober 2026)
Zum Ausprobieren brauchst du kein Abo. Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass man zum Testen eines Chatbots in der Regel weder die Bezahlversion noch eine kostenpflichtige App benötigt.
ChatGPT gibt es kostenlos. Laut einem Bericht von Notebookcheck vom September 2026 kostet Go in Deutschland 8 Euro und Plus 23 Euro im Monat.
Gemini ist mit einem Google-Konto kostenlos. Das kleinste Abo, Google AI Plus, kostet laut Google 4,99 Euro im Monat.
Alexa+ ist laut Amazon während des Vorabprogramms kostenlos. Danach soll es für Prime-Mitglieder ohne Aufpreis enthalten sein, ohne Prime kostet es 22,99 Euro im Monat.
Be My Eyes ist laut App Store kostenlos.
Preise ändern sich häufig. Maßgeblich ist, was dir beim Abschluss angezeigt wird.
Betrug am Telefon erkennen
Betrüger nutzen KI inzwischen auch, um Stimmen zu fälschen. Der Bayerische Rundfunk berichtete im September 2025 über einen Fall in Oberfranken, bei dem Täter mit KI die Stimme von Verwandten nachgeahmt haben. Eine vertraute Stimme ist also kein sicherer Beweis mehr.
Die Polizeiliche Kriminalprävention rät bei sogenannten Schockanrufen, in denen eine Notlage vorgetäuscht wird: sofort auflegen, den angeblichen Anrufer oder eine Vertrauensperson unter einer bekannten Nummer zurückrufen, nie Geld oder Wertsachen an Unbekannte übergeben und nichts über die eigenen Finanzen verraten. Bei Verdacht die 110 wählen.
Vorbeugend empfiehlt die Polizei, in der Familie ein Kennwort für Anrufe zu vereinbaren und den eigenen Telefonbucheintrag zu kürzen oder löschen zu lassen. Laut BR raten die Beamten außerdem, Fragen zu stellen, die nur der echte Angehörige beantworten kann, und vorsichtig mit persönlichen Angaben in sozialen Netzwerken zu sein.
Sicher und privat bleiben
Die Verbraucherzentralen empfehlen grundsätzlich, keine persönlichen oder sensiblen Daten in ChatGPT und andere KI-Programme einzugeben. Das betrifft etwa Kontonummern, Gesundheitsdaten oder Ausweisnummern. Für einen Brief reicht oft ein Platzhalter wie Name oder Versicherungsnummer, den du später selbst einsetzt.
Antworten können falsch sein, auch wenn sie überzeugend klingen. Die Verbraucherzentralen raten, Informationen vor der Weitergabe kritisch zu prüfen. Bei Gesundheit, Geld und Recht ersetzt KI keine Beratung.
OpenAI kann Gespräche aus den Privatversionen von ChatGPT zum Training nutzen. Abschalten lässt sich das in den Einstellungen unter Datenkontrollen mit dem Schalter, das Modell für alle zu verbessern.
Bei Alexa+ kannst du laut Amazon im Alexa-Datenschutzportal oder in der App nachhören, was Alexa aufgenommen hat, und festlegen, ob und wie lange Sprachaufnahmen gespeichert werden. Mikrofon und Kamera lassen sich an den Geräten ausschalten.
Quellen
- Verbraucherzentrale: KI-Chatbots im Überblick
- BAGSO: Ratgeber Künstliche Intelligenz im Alltag älterer Menschen
- Google: Gemini-Abos und Preise (Deutschland)
- Google-Hilfe: Mit Gemini Live natürliche Unterhaltungen führen
- Google-Hilfe: Interaktive Orientierungshilfe in Gemini Live
- OpenAI: ChatGPT-Preise (Deutschland)
- OpenAI Help Center: ChatGPT Voice
- Notebookcheck: ChatGPT Plus für 23 Euro (17.09.2026)
- About Amazon: Alexa+ startet in Deutschland
- Apple Support: How to get Siri AI
- App Store: Be My Eyes
- Polizeiliche Kriminalprävention: Schockanrufe
- BR24: Erster Telefonbetrug mit KI in Oberfranken
- OpenAI Help Center: How your data is used to improve model performance
KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.