KI für dich · Frei lesbar · 5 Min. Lesezeit
KI für Gründer: Marktrecherche, Pitch Deck, Prototyp und Kundenservice
Gründer setzen KI vor allem ein, um Märkte zu recherchieren, Businessplan-Texte und Pitch Decks zu entwerfen, erste Prototypen zu bauen und Kundenfragen zu beantworten. Die meisten Werkzeuge lassen sich kostenlos testen, typische Bezahlstufen kosten zwischen 9 Dollar und 25 Euro im Monat (Stand Oktober 2026). Zahlen zu Markt und Finanzen musst du selbst prüfen, und sobald Kundendaten im Spiel sind, gelten die DSGVO und für Chatbots eine Pflicht, sich als KI zu erkennen zu geben.
Werkzeuge für Gründer
Geprüft am 11. Oktober 2026
Marktgröße, Zielgruppen und Wettbewerber recherchieren lassen und Businessplan-Texte vorformulieren; Deep Research ist in Free und Go eingeschränkt, Training in den Einstellungen abschaltbar.
Recherche-Berichte mit Quellen zu Markt und Wettbewerb erstellen lassen; Deep Research führt Google auch in der kostenlosen Version auf.
Pitch Deck oder Unternehmenspräsentation aus einer Beschreibung erzeugen und danach anpassen; Gratistarif mit 400 Credits bei der Anmeldung.
Pitch Deck, Logo-Entwürfe und Social-Media-Grafiken gestalten; KI-Funktionen in der Gratisversion auf bis zu 20 Nutzungen begrenzt.
Mit Copilot in PowerPoint Gliederung und Layout einer Präsentation erstellen, in Word und Excel Texte und Zahlen bearbeiten.
Klickbaren Web-Prototyp aus einer Beschreibung bauen lassen, um eine Idee Testkunden zu zeigen; Gratistarif mit 5 Build-Credits (Nutzungsguthaben) pro Tag, insgesamt höchstens 30 pro Monat.
KI-Chatbot, der wiederkehrende Kundenfragen beantwortet; muss sich laut AI Act als KI zu erkennen geben, für Kundendaten braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
Marktrecherche mit Deep Research
Deep Research ist eine Funktion großer Chatbots, bei der die KI selbstständig viele Webseiten durchsucht und daraus einen längeren Bericht mit Quellenangaben schreibt. Für Gründer ist das ein schneller Weg zu einem ersten Überblick über Marktgröße, Zielgruppen und Wettbewerber.
Bei ChatGPT ist Deep Research laut OpenAI in Free und Go eingeschränkt, in Plus für 23 Euro im Monat erweitert enthalten. Google führt Deep Research auch in der kostenlosen Gemini-Version auf; Google AI Pro kostet 21,99 Euro im Monat.
Die IHK Köln bestätigt, dass KI die Recherche nach Marktgrößen, Zielgruppen und Wettbewerbern deutlich beschleunigen kann. Sie rät aber, immer zu prüfen, wie aktuell und verlässlich die Quellen sind, und Zahlen und Zusammenhänge sorgfältig nachzurechnen. KI-Systeme können außerdem Dinge erfinden, die überzeugend klingen; mehr dazu steht in unserem Artikel über KI-Halluzinationen.
Ob dein Angebot wirklich gebraucht wird, kann keine KI beantworten. Dafür empfiehlt die IHK Gespräche mit möglichen Kundinnen und Kunden, Testangebote und Prototypen.
Businessplan und Pitch Deck
Die Gründerplattform ist eine Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums und der KfW. Sie rät, ChatGPT als Formulierungshilfe und Ideenquelle für den Businessplan zu nutzen, die Denkarbeit aber nicht der KI zu überlassen. Laut Existenzgründungsportal des Ministeriums lässt sich mit einem KI-gestützten Werkzeug der Gründerplattform die Geschäftsidee ausarbeiten und direkt in ein Geschäftsmodell-Raster übernehmen. Eine ausgereifte Finanzplanung kann KI laut IHK Köln bislang nicht erstellen; dafür taugen Tabellenvorlagen besser.
Für das Pitch Deck, also die kurze Präsentation für Geldgeber, gibt es spezialisierte Werkzeuge. Gamma erstellt Präsentationen aus einer Beschreibung; der Gratistarif bringt laut Anbieter 400 Credits, also Nutzungsguthaben, bei der Anmeldung, Plus kostet 9 Dollar und Pro 18 Dollar pro Person und Monat bei Jahreszahlung, je nach Standort zuzüglich Steuern. Canva hat KI-Funktionen schon in der Gratisversion, begrenzt auf bis zu 20 Nutzungen; Canva Pro kostet 110 Euro im Jahr. In Microsoft 365 Single für 10 Euro im Monat oder 99 Euro im Jahr erstellt Copilot in PowerPoint laut Microsoft Gliederung und Layout einer Präsentation.
Die IHK Köln erinnert daran: Angaben zu Markt, Kapitalbedarf und Umsatz müssen zum Businessplan und zur Finanzplanung passen. Eine schöne Präsentation gleicht fehlende Plausibilität nicht aus. Hilfreich ist es, die KI das Vorhaben aus Sicht einer Bank oder eines Investors kritisch hinterfragen zu lassen.
Prototyp ohne Programmierteam
Mit KI-App-Baukästen kannst du aus einer Beschreibung in Alltagssprache eine klickbare Web-App erzeugen lassen, etwa um eine Idee Testkunden zu zeigen. Wie das grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Artikel über Coding-Agenten für Nicht-Programmierer.
Lovable bietet laut Preisseite einen Gratistarif mit 5 Build-Credits pro Tag, höchstens 30 im Monat; Pro kostet 25 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer. Credits sind ein Nutzungsguthaben. Eine Anfrage kostet dabei nicht automatisch einen Credit: Wie viel sie verbraucht, hängt laut Lovable davon ab, wie aufwendig die Aufgabe ist. Bolt hat einen Gratistarif mit 1 Million Tokens im Monat und einen Pro-Tarif für 25 Dollar im Monat. Tokens sind die Textbausteine, die die KI verarbeitet; je größer dein Projekt, desto mehr Tokens verbraucht laut Bolt jede Nachricht.
Unsere Einordnung: Ein solcher Prototyp ist gut, um Feedback zu sammeln. Sobald echte Kundendaten oder Zahlungen hineinkommen, sollte jemand mit Fachwissen den Code prüfen. Das BSI nennt Sicherheitslücken im KI-erzeugten Code ausdrücklich als Risiko.
Kundenservice mit KI
KI-Chatbots können wiederkehrende Kundenfragen rund um die Uhr beantworten. Ein Beispiel ist Fin von Intercom: Laut Anbieter kostet jedes abgerechnete Ergebnis 0,99 Dollar. Als Ergebnis zählt Fin nicht nur, wenn Kunden bestätigen, dass ihr Problem gelöst ist, sondern auch, wenn sie nach Fins Antwort nicht weiter nachfragen oder wenn Fin einen festgelegten Ablauf abschließt, auch mit Übergabe an einen Menschen. Wer Fin mit einem bestehenden Helpdesk eines anderen Anbieters nutzt, zahlt mindestens 49 Dollar im Monat, darin sind 50 Ergebnisse enthalten. Nutzt du stattdessen den Helpdesk von Intercom selbst, kommen dessen Kosten pro Teammitglied hinzu.
Rechtlich gilt seit dem 2. August 2026: KI-Systeme, die direkt mit Menschen kommunizieren, müssen laut EU-Kommission so gestaltet sein, dass die Person erfährt, dass sie mit einer KI spricht, außer das ist offensichtlich. Dein Support-Chatbot sollte sich also klar als KI zu erkennen geben.
Verarbeitet der Chatbot Kundendaten, brauchst du außerdem einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Anbieter, wie ihn die Datenschutzkonferenz für externe KI-Dienste beschreibt.
Pflichten: Datenschutz und KI-Kompetenz
Die Datenschutzkonferenz, also die deutschen Aufsichtsbehörden, empfiehlt für die berufliche Nutzung eigene Firmenkonten statt privater Konten, abgeschaltetes Training mit Eingaben und einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Artikel 28 der DSGVO. Die IHK München erinnert daran, dass du Kundinnen und Kunden über die Verarbeitung ihrer Daten informieren musst. Bei ChatGPT lässt sich das Training in allen Privattarifen laut OpenAI abschalten.
Die Gründerplattform rät, keine sensiblen persönlichen Daten wie Adressen, Telefonnummern oder Finanzinformationen einzugeben und echte Geschäftsgeheimnisse wie Rezepturen oder Forschungsergebnisse ganz aus Prompts herauszuhalten.
Der AI Act verlangt außerdem KI-Kompetenz von Unternehmen, die KI einsetzen. Seit der Änderung durch den sogenannten AI Omnibus, in Kraft seit dem 27. Juli 2026, müssen Anbieter und Betreiber laut der Kanzlei White & Case Maßnahmen ergreifen, um ausreichende KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten zu unterstützen, statt sie sicherzustellen. Für ein junges Team reichen als Anfang klare Regeln, was in die KI darf und was nicht. Was der AI Act allgemein für Nutzer bedeutet, erklärt ein eigener Artikel.
Quellen
- IHK Köln: So hilft Künstliche Intelligenz bei Ihrer Gründung
- Gründerplattform von BMWE und KfW
- Gründerplattform: Businessplan erstellen mit Gründerplattform und ChatGPT
- Existenzgründungsportal des BMWE: Businessplan
- OpenAI: ChatGPT-Preise (Deutschland)
- Google: Gemini-Abos und Preise (Deutschland)
- Gamma: Tarife und Preise
- Canva: Preismodelle (Deutschland)
- Microsoft: Alle Microsoft 365-Pläne und -Preise vergleichen
- Lovable: Preise
- Bolt: Plans and pricing
- Fin by Intercom: Pricing
- EU-Kommission: Transparenzpflichten nach Artikel 50 des KI-Gesetzes (FAQ)
- White & Case: EU AI Omnibus enters into force, amending the AI Act
- Datenschutzkonferenz: Orientierungshilfe Künstliche Intelligenz und Datenschutz (Mai 2024)
- IHK München: Datenschutz und Künstliche Intelligenz
- BSI: Deutsch-Französische Empfehlungen für den Einsatz von KI-Programmierassistenten
KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.