KI für dich · Frei lesbar · 5 Min. Lesezeit
KI für Entwickler: Coding-Agenten, Preise und was mit deinem Code passiert
Für Entwickler stehen 2026 Coding-Agenten im Mittelpunkt: Claude Code, OpenAI Codex, Cursor, GitHub Copilot und Googles Antigravity CLI, das Gemini CLI für Privatnutzer im Juni 2026 abgelöst hat. Codex, Copilot, Cursor und Antigravity lassen sich eingeschränkt kostenlos nutzen, ein brauchbarer Bezahltarif kostet meist 10 bis 23 Dollar oder Euro im Monat (Stand Oktober 2026). Entscheidend ist die Datenfrage: In Privattarifen kann dein Code je nach Anbieter ins Training fließen, wenn du es nicht abschaltest; in Firmentarifen ist das laut den Anbietern standardmäßig aus.
Werkzeuge für Entwickler
Geprüft am 11. Oktober 2026
Coding-Agent im Terminal, im Editor oder in der Claude-Desktop-App; liest das Repository, ändert Dateien und führt Tests aus. Training bei Privattarifen nur mit deiner Zustimmung.
Coding-Agent in CLI, Editor-Erweiterung und Desktop-App, in Free und Go eingeschränkt; Codex Cloud erst ab Plus und je nach Freischaltung und Arbeitsbereich-Einstellungen. Bei Plus und Pro das Training in den Datenkontrollen abschalten.
Code-Editor mit Agent und Vorschlägen beim Tippen; ohne Privacy Mode darf Cursor Codedaten zum Training nutzen, für Teams ist er standardmäßig an.
Vorschläge und Agentenmodus im Editor, CLI und Code-Reviews auf GitHub; bei Free bis Max seit 24.04.2026 Training mit deinen Daten, außer du widersprichst.
- Google Antigravity CLI10,12,13,14,15VerfügbarKostenlos mit Wochenlimit; mehr mit Google AI Pro (21,99 € im Monat)
Nachfolger von Gemini CLI für Privatnutzer: Agent im Terminal mit Gemini-Modellen; laut Nutzungsbedingungen nutzt Google Interaktionen zur Verbesserung, änderbar in den Einstellungen.
Für Privatnutzer seit 18.06.2026 eingestellt; weiter nutzbar mit Gemini Code Assist Standard oder Enterprise und mit bezahlten API-Schlüsseln.
Was Coding-Agenten sind und wer sie nutzt
Ein Coding-Agent ist ein KI-Programm, das nicht nur Code vorschlägt, sondern selbst Dateien liest, ändert, Befehle ausführt und das Ergebnis testet. Er arbeitet in einem Repository, also dem Projektordner mit dem gesamten Code und seiner Versionsgeschichte. Viele dieser Werkzeuge laufen im Terminal, dem Fenster, in das man Befehle als Text tippt; andere stecken in einem Code-Editor oder einer Desktop-App.
Die bekanntesten Angebote sind Claude Code von Anthropic, Codex von OpenAI, der Editor Cursor, GitHub Copilot und Googles Antigravity CLI. Letzteres hat Gemini CLI für Privatnutzer abgelöst: Laut Google beantwortet Gemini CLI seit dem 18. Juni 2026 keine Anfragen mehr für kostenlose Nutzer und für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra. Weiter nutzbar bleibt es mit einer Lizenz für Gemini Code Assist Standard oder Enterprise und mit bezahlten API-Schlüsseln.
In der Stack Overflow Developer Survey 2026 gaben 66 Prozent der Befragten an, Coding-Assistenten oder Coding-Agenten bei der Arbeit zu nutzen. Bei der Frage nach Coding-Agenten lagen Claude Code mit 66 Prozent und GitHub Copilot mit 59 Prozent vorn. Wer gar nicht programmieren kann und eine erste kleine Website bauen will, findet dazu einen eigenen Artikel über Coding-Agenten für Nicht-Programmierer.
Was die Werkzeuge kosten (Stand Oktober 2026)
Viele Entwickler-Werkzeuge nennen ihre Preise nur in US-Dollar. Wir geben sie so wieder, wie die Anbieter sie angeben, und rechnen nicht um.
Claude Code ist laut Anthropic in allen bezahlten Claude-Tarifen enthalten, nicht aber in der Gratisversion. Pro kostet 17 Dollar im Monat bei Jahreszahlung oder 20 Dollar bei monatlicher Zahlung, Max beginnt bei 100 Dollar, jeweils ohne Steuern. Codex ist laut OpenAI in allen ChatGPT-Tarifen enthalten, in Free und Go nur eingeschränkt. Codex Cloud, also Aufgaben, die in OpenAIs Cloud laufen, gehört laut OpenAI nicht zu Free und Go. In Deutschland kostet ChatGPT Go laut OpenAI 8 Euro, Plus 23 Euro und Pro ab 103 Euro im Monat.
Cursor hat einen kostenlosen Hobby-Tarif mit begrenzten Agent-Anfragen; Pro kostet 20 Dollar im Monat zuzüglich Steuern, Teams 40 Dollar pro Person. GitHub Copilot gibt es kostenlos mit begrenzter Nutzung, Pro kostet 10 Dollar, Pro+ 39 Dollar und Max 100 Dollar im Monat. Für Firmen nennt GitHub 19 Dollar pro Platz für Business und 39 Dollar für Enterprise.
Google Antigravity ist für Einzelpersonen laut Google kostenlos, mit wöchentlichen Nutzungsgrenzen. Mehr Kontingent gibt es mit Google AI Pro, das in Deutschland 21,99 Euro im Monat kostet, oder mit Ultra. Alle Anbieter begrenzen die Nutzung zusätzlich durch Kontingente. Je nach Anbieter und Tarif gelten sie für einige Stunden, eine Woche oder einen Monat; GitHub Copilot Free erlaubt zum Beispiel laut GitHub 2.000 Code-Vervollständigungen pro Monat.
Was mit deinem Code passiert
Der wichtigste Unterschied liegt zwischen Privat- und Firmentarifen. Bei Claude Free, Pro und Max entscheidest du laut Anthropic selbst, ob deine Daten, auch aus Claude Code, für das Training künftiger Modelle genutzt werden. Erlaubst du es, speichert Anthropic sie bis zu fünf Jahre, sonst 30 Tage. Bei Team, Enterprise und API trainiert Anthropic laut eigener Aussage nicht mit Code oder Eingaben.
Bei ChatGPT Plus und Pro können Unterhaltungen laut OpenAI zum Training genutzt werden, solange du das in den Datenkontrollen nicht abschaltest; die Einstellung gilt auch für Codex. Bei Business, Enterprise und der API nutzt OpenAI Eingaben standardmäßig nicht. Datenspeicherung in der EU führt OpenAI auf der Preisseite nicht für die Privattarife.
GitHub nutzt seit dem 24. April 2026 Eingaben, Ausgaben und Code-Ausschnitte aus Copilot Free, Pro, Pro+ und Max zum Training, außer du widersprichst in den Copilot-Einstellungen. heise berichtete über die Umstellung auf ein Opt-out-Verfahren. Daten aus Copilot Business und Enterprise nutzt GitHub laut eigener Dokumentation nicht zum Training.
Cursor nutzt deinen Code laut Anbieter nicht zum Training, wenn der Privacy Mode eingeschaltet ist; ohne ihn darf Cursor Codedaten zur Verbesserung und zum Training verwenden. Für Teams ist der Privacy Mode standardmäßig an. Bei Antigravity für Einzelpersonen nutzt Google laut Nutzungsbedingungen deine Interaktionen zur Verbesserung seiner Produkte und KI, Beschäftigte können sie einsehen; in den Einstellungen lässt sich das ändern.
Sicherheit: Geheimnisse schützen, Code prüfen
Das BSI und seine französische Partnerbehörde ANSSI haben gemeinsame Empfehlungen für KI-Programmierassistenten veröffentlicht. Zu den Risiken zählen sie die Vertraulichkeit der Eingaben und Sicherheitslücken im erzeugten Code.
Daraus ergeben sich konkrete Regeln. Zugangsdaten wie API-Schlüssel, also die Passwörter, mit denen Programme auf Dienste zugreifen, gehören nicht in Eingaben an die KI. Erzeugter Code soll von Entwicklern geprüft und verstanden werden, besonders mit Blick auf Halluzinationen und Sicherheitslücken. Ein bekanntes Risiko sind erfundene Paketnamen: Angreifer veröffentlichen Schadsoftware unter genau diesen Namen. Außerdem warnen die Behörden vor indirekten Prompt-Injections, also versteckten Anweisungen in Dateien oder Webseiten, die das Verhalten der KI manipulieren.
Für Unternehmen empfehlen BSI und ANSSI, private Konten für die Entwicklung von Firmensoftware nicht zuzulassen und stattdessen sicher eingerichtete Firmenkonten mit klaren Regeln anzubieten.
Auch die Entwickler selbst sind vorsichtig: In der Stack Overflow Survey 2026 sagten 48 Prozent, sie vertrauen KI dann, wenn sie das Ergebnis leicht überprüfen können. Unsere Einordnung: Lass dir am Anfang jede Änderung zeigen, prüf sie selbst und gib sie erst dann frei. Gib dem Agenten außerdem nur Zugriff auf das Projekt, an dem er arbeiten soll.
Welches Werkzeug für wen
Unsere Einordnung, keine Testwertung: Wer ohnehin ein ChatGPT- oder Claude-Abo hat, kann Codex beziehungsweise Claude Code ohne Zusatzkosten ausprobieren. Wer lieber in einem Editor mit Vorschlägen beim Tippen arbeitet, ist bei Cursor oder Copilot richtig. Copilot Free und Antigravity für Einzelpersonen eignen sich zum kostenlosen Testen, liefern aber deutlich weniger Kontingent.
Für Code von Kunden oder Arbeitgebern sind die Firmentarife die sicherere Wahl, weil dort laut den Anbietern standardmäßig nicht trainiert wird. Bei Privattarifen solltest du die Trainingseinstellung immer selbst prüfen, bevor du fremden Code hineingibst.
Quellen
- Anthropic: Claude Pläne und Preise
- Claude Code Docs: Data usage
- OpenAI: ChatGPT-Preise (Deutschland)
- OpenAI Help Center: Using Codex with your ChatGPT plan
- Cursor: Preise
- Cursor: Data Use & Privacy Overview
- Cursor Docs: Privacy and data
- GitHub Docs: Plans for GitHub Copilot
- GitHub Docs: Managing GitHub Copilot policies as an individual subscriber
- Google Developers Blog: Transitioning Gemini CLI to Antigravity CLI (19.05.2026)
- Gemini CLI: Quotas and pricing
- Google Antigravity: Pricing
- Google Antigravity Docs: Plans
- Google Antigravity: Terms of Service
- Google: Gemini-Abos und Preise (Deutschland)
- BSI: Deutsch-Französische Empfehlungen für den Einsatz von KI-Programmierassistenten
- ANSSI und BSI: AI Coding Assistants (PDF)
- Stack Overflow Developer Survey 2026: AI
- Stack Overflow: Pressemitteilung zur Developer Survey 2026
- heise online: Only with opt-out, GitHub will train Copilot models with user data
KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.