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Einfach erklärt · Frei lesbar · 4 Min. Lesezeit

Token einfach erklärt: Was KI-Tokens sind und warum sie Preise und Limits bestimmen

Ein Token ist ein kleines Textstück, in das eine KI jeden Text zerlegt, bevor sie ihn verarbeitet: mal ein ganzes Wort, mal ein Wortteil, ein Satzzeichen oder ein einzelnes Zeichen. Nach Tokens richten sich die Preise für Entwickler, die Länge, die ein Chat haben darf, und indirekt auch, wie schnell du in einem Abo an Nutzungsgrenzen stößt. Als Faustregel gibt OpenAI für englischen Text an, dass 100 Tokens etwa 75 Wörtern entsprechen; für andere Sprachen kann das Verhältnis abweichen (Stand Oktober 2026).

Kurz gesagt

Token
Ein Token ist ein kleines Textstück, etwa ein Wort, ein Wortteil, ein Satzzeichen oder ein einzelnes Zeichen, in das eine KI jeden Text zerlegt. In Tokens werden bei KI Preise, Gesprächslängen und Nutzungsgrenzen gemessen.1,2,6
Beispiel: Du kopierst einen langen Mietvertrag in einen Chatbot und bittest um eine Zusammenfassung. Sowohl der eingefügte Vertrag als auch die Antwort werden in Tokens gezählt; ist der Vertrag sehr lang, stößt du schneller an die Grenze deines Tarifs.
Auch genannt: Tokens · KI-Token · AI token

Was ein Token ist

Eine KI liest Text nicht Buchstabe für Buchstabe und auch nicht Wort für Wort. Sie zerlegt ihn zuerst in Bausteine, die Tokens heißen. Laut OpenAI kann ein Token ein einzelnes Zeichen sein, ein Teil eines Wortes, ein ganzes Wort oder ein Satzzeichen. Auch Leerzeichen und Groß- und Kleinschreibung beeinflussen, wie ein Text zerlegt wird.

Google beschreibt es ähnlich: Ein Token kann ein einzelner Buchstabe sein oder ein ganzes kurzes Wort. Lange Wörter werden in mehrere Tokens aufgeteilt.

Die KI verarbeitet diese Bausteine und erzeugt ihre Antwort wieder Token für Token. Deshalb wird bei KI fast alles in Tokens gezählt: was du eingibst, was die KI antwortet und wie viel in ein Gespräch passt.

Wie viele Wörter sind ein Token?

Eine feste Umrechnung gibt es nicht. Die Anbieter nennen nur grobe Faustregeln für englischen Text.

OpenAI schreibt: Ein Token entspricht etwa vier Zeichen oder rund drei Vierteln eines Wortes, 100 Tokens sind ungefähr 75 Wörter. Google gibt für seine Gemini-Modelle ebenfalls etwa vier Zeichen pro Token an und 60 bis 80 englische Wörter pro 100 Tokens.

Beide Anbieter betonen, dass andere Sprachen ein anderes Verhältnis haben können. Für Deutsch nennen die hier ausgewerteten Quellen keine eigene Zahl, deshalb geben wir auch keine an. Selbst derselbe Text ergibt je nach Modell unterschiedlich viele Tokens: Laut Anthropic zerlegen die neueren Claude-Modelle ab Version 4.7 denselben Text in etwa 30 Prozent mehr Tokens als ältere Modelle.

Warum Tokens den Preis bestimmen

Wer KI-Modelle direkt über die Schnittstelle der Anbieter nutzt, also etwa als Entwickler oder Firma, zahlt pro Token. Die Preise werden pro Million Tokens angegeben, in US-Dollar und ohne Angabe zur Mehrwertsteuer. Eingabe und Ausgabe kosten dabei unterschiedlich viel, die Ausgabe ist meist deutlich teurer. Manche Anbieter verlangen außerdem mehr, wenn die Eingabe sehr lang ist.

Einige Beispiele, Stand Oktober 2026: OpenAI berechnet für das Modell GPT-6.1 Sol im Standardtarif bei kurzem Kontext 2 Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 10 Dollar pro Million Ausgabe-Tokens; bei langem Kontext sind es 4 und 15 Dollar. Anthropic verlangt für Claude Sonnet 5.5 ebenfalls 2 und 10 Dollar. Google nimmt für Gemini 3.8 Flash bis zum 31. Dezember 2026 0,75 Dollar für die Eingabe und 3,75 Dollar für die Ausgabe; ab 1. Januar 2027 verdoppeln sich diese Preise laut Google.

Ein versteckter Kostenfaktor ist das Nachdenken: Bei sogenannten Reasoning-Modellen fallen laut OpenAI interne Denk-Tokens an, die du nicht als Antworttext siehst, die aber als Ausgabe abgerechnet werden. Auch Google rechnet Denk-Tokens zum Ausgabepreis. Eine kurze sichtbare Antwort kann so mehr kosten, als ihr Text vermuten lässt.

Was Tokens für dich im Chat-Abo bedeuten

Nutzt du ChatGPT, Gemini oder Claude einfach in der App oder im Browser, zahlst du nicht pro Token, sondern gratis oder per Monatsabo. Tokens spielen trotzdem eine Rolle, und zwar an zwei Stellen.

Erstens bei der Länge eines Gesprächs. Wie viel Text ein einzelner Chat fassen kann, wird in Tokens gemessen und heißt Kontextfenster. In der Gratisversion von ChatGPT sind es für schnelle Antworten laut OpenAI 27.000 Tokens, bei Gemini ohne Abo laut Google 32.000 Tokens. Dazu haben wir eine eigene Erklärseite zum Kontextfenster.

Zweitens bei den Nutzungsgrenzen. Anthropic schreibt, dass bei Claude unter anderem die Länge und Komplexität deiner Gespräche, das gewählte Modell und die Denkstufe bestimmen, wie schnell du dein Limit erreichst. Bei Gemini berücksichtigen die Limits laut Google ebenfalls die Komplexität der Eingabe, die genutzten Modelle und Funktionen sowie die Länge des Chats.

So sparst du Tokens im Alltag

Aus den Hinweisen der Anbieter lassen sich einige einfache Regeln ableiten. Füge nur den Teil eines Dokuments ein, um den es wirklich geht, statt die ganze Datei. Beginne für ein neues Thema einen neuen Chat, statt einen sehr langen Verlauf weiterzuführen. OpenAI rät, überflüssige oder wiederholte Inhalte zu streichen und große Texte in kleinere Teile aufzuteilen.

Anthropic empfiehlt bei Claude außerdem, den Denkmodus und nicht benötigte Werkzeuge oder verbundene Apps auszuschalten, wenn eine Aufgabe sie nicht braucht, und für Routinefragen eine niedrigere Denkstufe zu wählen. Werkzeuge verbrauchen laut Anthropic besonders viele Tokens.

Quellen

  1. OpenAI Help Center: Understanding and counting tokens
  2. Gemini API: Understand and count tokens (Google)
  3. OpenAI API: Pricing
  4. Claude Platform Docs: Pricing (Anthropic)
  5. Gemini Developer API pricing (Google)
  6. Claude Help Center: How do usage and length limits work?
  7. Gemini-Apps-Hilfe: Nutzungslimits und Upgrades für Google AI-Abos
  8. ChatGPT: Preisgestaltung (deutsche Preisseite)

KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.