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Erklärt · Frei lesbar · 5 Min. Lesezeit

Wie funktioniert ChatGPT? Einfach erklärt

ChatGPT ist ein Chat-Dienst der Firma OpenAI, hinter dem ein großes Sprachmodell steckt. Dieses Modell hat aus riesigen Textmengen gelernt, wie Wörter typischerweise zusammenhängen, und schreibt seine Antwort Stück für Stück, indem es jeweils das wahrscheinlich passende nächste Wort berechnet. Deshalb klingen die Antworten flüssig und sind oft hilfreich, können aber trotzdem falsch sein.

Wie funktioniert ChatGPT? Einfach erklärt
KI-Illustration

Ein Sprachmodell, kein Lexikon

ChatGPT ist ein Dienst, den man im Browser oder als App nutzt. Man schreibt eine Frage oder einen Auftrag, und ChatGPT antwortet. OpenAI nennt als Einsatzbereiche unter anderem das Zusammenfassen und Ordnen von Informationen, Übersetzungen, Hilfe beim Programmieren, Recherche und kreative Ideen.

Das Herzstück ist ein sogenanntes Sprachmodell. Es ist kein Nachschlagewerk, in dem fertige Antworten liegen. Es ist ein Rechenmodell, das Muster in Sprache gelernt hat. Wichtig für das Verständnis: ChatGPT schlägt in einer normalen Antwort nicht nach, ob etwas stimmt. Es erzeugt einen Text, der zu der Frage passt.

Die Verbraucherzentralen beschreiben Chatbots deshalb als Ergänzung zur Suchmaschine. Eine Suchmaschine zeigt Links zu Seiten. Ein Chatbot formuliert selbst eine Antwort.

Wie ChatGPT gelernt hat

Laut OpenAI entsteht ein solches Modell in mehreren Stufen. Zuerst werden Trainingsdaten gesammelt. OpenAI nennt drei Quellen: frei zugängliche Inhalte aus dem Internet, Daten von Partnerfirmen sowie Inhalte, die Nutzer, menschliche Trainer und Forscher beisteuern. Zunehmend kommen auch künstlich erzeugte Übungsdaten hinzu.

Im sogenannten Vortraining übt das Modell, Lücken in Sätzen zu füllen, also das nächste Wort vorherzusagen. Am Anfang rät es fast zufällig. Nach sehr vielen Beispielen erkennt es Muster und trifft immer öfter das passende Wort. Danach folgt ein Nachtraining, in dem das Modell unter anderem lernt, hilfreich und sicher zu antworten.

Was dabei gespeichert wird, sind keine Texte, sondern Zahlen. Fachleute nennen sie Gewichte oder Parameter. Beim Lernen werden diese Zahlen immer wieder ein wenig verändert. OpenAI betont, dass das Modell keine Kopien der Trainingstexte aufbewahrt. Das ist die Darstellung des Anbieters. Zugleich schreibt OpenAI, doppelte Inhalte zu entfernen, um das Risiko zu senken, dass Trainingsdaten wiederholt werden. Ganz ausgeschlossen ist das also offenbar nicht.

Wie eine Antwort entsteht

Wenn du eine Frage stellst, zerlegt ChatGPT den Text in kleine Bausteine, sogenannte Tokens. Ein Token kann ein ganzes Wort sein, ein Wortteil oder ein Satzzeichen. Dann berechnet das Modell, welcher Baustein als Nächstes am besten passt, hängt ihn an und wiederholt das, bis die Antwort fertig ist.

Oft passen mehrere Fortsetzungen. OpenAI erklärt, dass deshalb ein Element von Zufall eingebaut ist. Dieselbe Frage kann darum unterschiedliche Antworten ergeben.

Das Wissen aus dem Training hat einen Stand, der irgendwann endet. Für aktuelle Fragen kann ChatGPT zusätzlich im Internet suchen. Laut OpenAI formuliert es dafür eine oder mehrere Suchanfragen, schickt sie teils an Partner-Suchdienste, liest die Ergebnisse und schreibt daraus eine Antwort mit Quellenangaben. Die Websuche gibt es Stand Oktober 2026 in allen Tarifen, auch im kostenlosen.

Warum ChatGPT sich irren kann

Manchmal erfindet ChatGPT Dinge, die überzeugend klingen, aber falsch sind. Man nennt das Halluzinieren. OpenAI erklärt das so: Das Modell lernt aus Texten, ohne dass dort steht, was wahr und was falsch ist. Rechtschreibung oder Satzbau folgen festen Mustern und gelingen daher gut. Seltene Einzelfakten wie der Geburtstag einer wenig bekannten Person lassen sich aus Mustern aber nicht ableiten.

Hinzu kommt laut OpenAI, dass viele Leistungstests Raten belohnen und ein ehrliches Ich weiß es nicht bestrafen. Neuere Modelle halluzinieren nach Angaben des Herstellers seltener, das Problem ist aber nicht gelöst.

Die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass die Antworten nicht auf Richtigkeit geprüft werden und keine professionelle Beratung ersetzen. Auch Antworten mit Websuche können falsch sein. OpenAI selbst rät, die angegebenen Quellen zu öffnen und zu prüfen, ob sie die Aussage wirklich stützen.

Was mit deinen Eingaben passiert

Bei den Angeboten für Privatpersonen kann OpenAI deine Gespräche nutzen, um seine Modelle weiter zu trainieren. Das lässt sich abschalten. Dazu gibt es in den Einstellungen unter Datenkontrollen den Schalter, das Modell für alle zu verbessern. Danach werden neue Gespräche laut OpenAI nicht mehr fürs Training verwendet. Aber Vorsicht: Wer eine Antwort mit Daumen hoch oder runter bewertet, gibt damit laut OpenAI das ganze zugehörige Gespräch fürs Training frei.

Temporäre Chats werden nach Angaben von OpenAI nicht fürs Training genutzt und erscheinen nicht im Verlauf. Bei Firmen- und Bildungstarifen trainiert OpenAI standardmäßig nicht mit den Eingaben.

Für das Training mit Daten aus Europa beruft sich OpenAI auf ein berechtigtes Interesse nach der Datenschutz-Grundverordnung. Ob das in jedem Fall trägt, ist eine rechtliche Frage, die wir hier nicht beurteilen. Die Verbraucherzentralen raten in jedem Fall, keine sensiblen persönlichen Informationen einzugeben.

Mehr als ein Chat

Stand Oktober 2026 besteht ChatGPT aus zwei Bereichen. Chat ist für schnelle Fragen und Gespräche gedacht. Work ist laut OpenAI ein sogenannter Agent für längere Aufgaben mit mehreren Schritten, zum Beispiel eine Recherche oder das Erstellen eines Dokuments. Work gibt es nur in bezahlten Tarifen. Für Programmierarbeit gibt es zusätzlich Codex.

An der Grundlage ändert das nichts. Auch Work beruht auf einem Sprachmodell, das Wort für Wort Text erzeugt, nur dass es zusätzlich Werkzeuge wie einen Browser bedienen kann. Die Modelle selbst wechseln häufig, ihre Namen und Fähigkeiten ändern sich im Abstand weniger Monate. Das Prinzip dahinter bleibt aber dasselbe.

Quellen

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