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Erklärt · Frei lesbar · 5 Min. Lesezeit

Muse, Spark, Wonder, Glimmer: Metas KI-Familie einfach sortiert

Meta nennt fast alles Muse, und das sorgt für Verwirrung. Muse ist zum einen die Agenten-App, die seit September 2026 in den USA für Nutzer Mails schreibt, einkauft und reserviert. Zum anderen heißen Metas KI-Modelle so, die im Hintergrund arbeiten: Muse Spark seit April 2026, Muse Wonder und Muse Wonder Full seit dem 12. Oktober und das kleine, frei herunterladbare Muse Glimmer seit August. Dazu kommen Muse Code zum Programmieren und das Bildmodell Muse Image. Die Faustregel: Die App ist das, was du benutzt. Spark, Wonder und Glimmer sind die Modelle, die darin oder in anderen Produkten stecken. In Deutschland ist die Muse-App nicht verfügbar, Glimmer kann man dagegen auf dem eigenen Rechner betreiben.

Warum alles Muse heißt

Bis 2025 hießen Metas KI-Modelle Llama und der Chat-Assistent Meta AI. Nach dem Umbau seiner KI-Abteilung zu Meta Superintelligence Labs hat Meta eine neue Marke eingeführt: Muse. Sie steht inzwischen sowohl für Produkte, die Menschen direkt nutzen, als auch für die Technik dahinter.

Das ist so, als würde ein Autohersteller sowohl ein Auto als auch mehrere Motoren gleich nennen. Damit du Nachrichten richtig einordnen kannst, hilft eine einfache Unterscheidung:

Produkte sind das, was du öffnest und bedienst. Bei Meta sind das vor allem die Agenten-App Muse und das Programmierwerkzeug Muse Code.

Modelle sind die eigentlichen KI-Programme, die verstehen, planen und antworten. Sie stecken in den Produkten oder werden von Entwicklern über eine Schnittstelle in eigene Anwendungen eingebaut. Bei Meta tragen sie einen Zusatznamen: Spark, Wonder, Wonder Full und Glimmer.

Wenn also in einer Meldung steht, Muse sei besser geworden, lohnt der Blick, ob die App gemeint ist oder ein neues Modell.

Die Produkte: Muse-App und Muse Code

Die Muse-App ist Metas persönlicher KI-Agent. Meta hat sie am 8. September 2026 gestartet. Man schreibt ihr wie einem Menschen, in einer eigenen App oder in WhatsApp, und sie handelt selbst: Mails beantworten, Tische reservieren, einkaufen, Formulare ausfüllen. Jeder Nutzer bekommt dafür laut Meta einen eigenen abgeschotteten Rechner in Metas Cloud. Die Grundversion ist kostenlos, für mehr Nutzung gibt es Abos. Laut CNBC kosten sie 20 oder 100 US-Dollar im Monat. Die App läuft bisher mit dem Modell Muse Spark. Meta bietet sie nicht in Europa an.

Muse Code ist Metas Programmierwerkzeug, vergleichbar mit Claude Code von Anthropic oder Codex von OpenAI. Es richtet sich an Entwickler und an Menschen, die mit KI-Hilfe Software bauen wollen. Hier ist seit dem 12. Oktober auch Metas stärkstes Modell Muse Wonder Full verfügbar, in den Abos für 50 oder 200 US-Dollar im Monat. Laut VentureBeat dürfen eingegebene Daten in diesen Abos standardmäßig zum Training verwendet werden, man kann das für künftige Eingaben abschalten.

Daneben gibt es weitere Muse-Produkte, etwa eine Version für kleine Unternehmen, die Kundenanfragen beantwortet und Inhalte erstellt, und das Bildmodell Muse Image, das Bilder erzeugt und bearbeitet.

Die Modelle: Spark, Wonder, Wonder Full und Glimmer

Muse Spark ist das erste Modell der neuen Abteilung. Meta hat es im April 2026 vorgestellt und seither bis Version 1.3 verbessert. Es ist vergleichsweise günstig: Entwickler zahlen 1,25 US-Dollar pro Million eingegebener und 4,25 US-Dollar pro Million ausgegebener Tokens. Spark treibt bisher die Muse-App an.

Muse Wonder ist seit dem 12. Oktober 2026 Metas neue größere Modellklasse. Sie soll sich Wichtiges über mehrere Gespräche merken und an schwierigen Aufgaben dranbleiben. Meta nennt das Active Memory und Active Focus. Wonder kostet über Metas Schnittstelle 4 und 20 US-Dollar pro Million Tokens und soll bald zuerst für zahlende Nutzer in die Muse-App kommen.

Muse Wonder Full ist die stärkere Variante von Wonder und Metas bisher fähigstes Modell. Es ist derzeit nur in den Muse-Code-Abos verfügbar, nicht über die Schnittstelle.

Muse Glimmer ist das Gegenstück im Kleinformat. Meta hat es im August 2026 veröffentlicht, mit 30 Milliarden Parametern und unter der freien Lizenz Apache 2.0. Jeder darf es herunterladen und nutzen, auch kommerziell. Meta hat es aus den Antworten von Muse Spark gelernt, eine Technik namens Destillation. Glimmer ist darauf ausgelegt, als Agent auf dem eigenen Mac oder PC zu laufen, auch ohne Internet. Komprimiert braucht es laut Meta unter 20 Gigabyte Speicher und passt damit auf Rechner mit 24 oder 32 Gigabyte Grafik- oder Arbeitsspeicher. Die Wonder-Modelle gibt Meta dagegen nicht zum Herunterladen frei.

Wie stark sind die Modelle im Vergleich?

Der unabhängige Testanbieter Artificial Analysis vergleicht KI-Modelle mit einem Intelligenzindex aus zehn Prüfungen zu Denken, Wissen, Programmieren und Büroarbeit. Dort zeigt sich, wie schnell Meta aufgeholt hat. Muse Spark 1.3 erreichte 48,1 Punkte. Sechs Wochen später kommt Muse Wonder auf 52,4 und Muse Wonder Full auf 55,8 Punkte. Zum Vergleich: Das derzeit beste Modell, Claude Opus 5.5 von Anthropic, liegt bei 57,6, GPT-6 Astra von OpenAI bei 52,7.

Mehr Leistung kostet aber mehr. Artificial Analysis rechnet aus, was eine durchschnittliche Testaufgabe kostet, denn Modelle verbrauchen unterschiedlich viel Text. Mit Muse Spark 1.3 waren es 1,60 US-Dollar, mit Muse Wonder 4,52 US-Dollar, also fast dreimal so viel. Für Wonder Full gibt es keinen solchen Wert, weil Meta es nicht pro Token verkauft.

Für Muse Glimmer nennt Meta nur Vergleiche mit gleich großen offenen Modellen wie Gemma 4 von Google und Qwen 3.6 von Alibaba, gegen die es bei mehreren Agenten-Tests gut abschneidet. Mit den großen Cloud-Modellen ist es nicht zu vergleichen. Dafür kostet es auf dem eigenen Rechner nichts außer Strom.

Metas Muse-Modelle im Artificial Analysis Intelligenzindex
Indexpunkte
Daten der Grafik: Metas Muse-Modelle im Artificial Analysis Intelligenzindex (Indexpunkte)
Muse Spark 1.348,1
Muse Wonder52,4
Muse Wonder Full55,8
Claude Opus 5.557,6
Werte von Artificial Analysis bei höchster Denkeinstellung. Claude Opus 5.5 als derzeit bestes Modell zum Vergleich. Muse Glimmer ist hier nicht bewertet.

Was davon kannst du in Deutschland nutzen?

Die Muse-App: nein. Meta bietet sie nur in den USA an und nennt keinen Termin für Europa. Als mögliche Gründe nennen Beobachter Datenschutz-Grundverordnung, KI-Verordnung und das Gesetz über digitale Märkte, das Meta als sogenannten Torwächter besondere Pflichten auferlegt. Metas bisheriger Chat-Assistent Meta AI in WhatsApp, Instagram und Facebook ist dagegen auch hier verfügbar.

Muse Code und die Schnittstelle für Spark und Wonder richten sich an Entwickler. Ob dein Land unterstützt wird, zeigt sich bei der Anmeldung. Prüf vor dem Abschluss eines Abos die Bedingungen zur Datennutzung.

Muse Glimmer: ja. Die Gewichte, also das eigentliche Modell, stehen frei auf der Plattform Hugging Face. Meta kündigte bei der Veröffentlichung an, dass Programme wie Ollama und LM Studio Glimmer unterstützen sollen. Damit läuft es komplett auf deinem Rechner, und deine Daten verlassen das Gerät nicht. Dafür brauchst du einen leistungsstarken Computer, etwa einen Mac mit viel Arbeitsspeicher oder einen PC mit großer Grafikkarte, und etwas Technikinteresse. Wie lokale KI-Modelle grundsätzlich funktionieren, erklären wir in einem eigenen Artikel.

Kurz gesagt: Wer Metas neue Agenten-Generation ausprobieren will, kommt in Deutschland vorerst am ehesten über Glimmer auf dem eigenen Rechner oder über Muse Code dran. Die Alltags-App Muse mit Wonder kommt zuerst in den USA.

Quellen

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KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.