simply understood.English
← Alle Artikel

Erklärt · Frei lesbar · 5 Min. Lesezeit

KI und Datenschutz: Was passiert mit dem, was ich in ChatGPT und Co. eintippe?

Was du in einen KI-Chatbot eintippst, wird an die Server des Anbieters geschickt, dort gespeichert und kann je nach Einstellung zum Training künftiger Modelle genutzt oder von Menschen geprüft werden. Bei den großen Diensten lässt sich das Training abschalten und Chats lassen sich löschen, aber Kopien bleiben oft noch eine Weile bestehen. Die sicherste Regel lautet deshalb: Nichts eingeben, was du nicht auch einem fremden Unternehmen anvertrauen würdest.

KI und Datenschutz: Was passiert mit dem, was ich in ChatGPT und Co. eintippe?
KI-Illustration

Was beim Eintippen technisch passiert

Ein KI-Chatbot wie ChatGPT, Gemini oder Claude läuft nicht auf deinem Handy oder Computer, sondern in den Rechenzentren des Anbieters. Alles, was du eintippst oder hochlädst, wird dorthin geschickt, verarbeitet und die Antwort wird zurückgesendet.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) weist darauf hin: Der Betreiber kann auf deine Eingaben und auf die erzeugten Antworten zugreifen. Ob und wie diese Daten weiterverwendet oder an Dritte weitergegeben werden, regelt jeder Anbieter selbst in seinen Nutzungsbedingungen und seiner Datenschutzerklärung. Außerdem ist denkbar, dass sich Unbefugte Zugang zu diesen Daten verschaffen.

Wichtig zu wissen: Das Sprachmodell lernt nicht in dem Moment dazu, in dem du mit ihm schreibst. Deine Gespräche können aber gespeichert und später genutzt werden, um eine neue Version des Modells zu trainieren. Training heißt hier: Das Modell wird mit großen Mengen Text gefüttert, um daraus Muster zu lernen.

Training: Wofür deine Gespräche genutzt werden können

Bei den Gratis- und Privat-Abos der großen Anbieter ist die Nutzung für das Training oft standardmäßig eingeschaltet oder wird beim Start abgefragt. Laut Verbraucherzentrale muss man aktiv widersprechen, wenn man nicht möchte, dass die eigenen Daten dafür verwendet werden.

Bei ChatGPT ist die Datenfreigabe in den Plänen Free, Plus und Pro laut OpenAI standardmäßig aktiv. Abschalten lässt sie sich in den Einstellungen unter Datenkontrollen mit dem Schalter "Das Modell für alle verbessern". Danach werden neue Gespräche nicht mehr zum Training genutzt. Bei den Business-Angeboten und der Programmierschnittstelle (API) trainiert OpenAI nach eigener Aussage standardmäßig nicht mit Kundendaten.

Bei Claude von Anthropic entscheidet man selbst, ob Gespräche für das Training genutzt werden dürfen. Wer zustimmt, dessen Daten können laut Anthropic in anonymisierter Form bis zu fünf Jahre in den Trainingsabläufen bleiben. Bereits laufende oder abgeschlossene Trainings lassen sich nach einem späteren Widerruf nicht rückgängig machen (Stand Oktober 2026).

Menschen, die mitlesen können

Viele denken, nur eine Maschine liest mit. Das stimmt nicht immer. Google schreibt in seinem Datenschutzhinweis zu Gemini, dass ein Teil der Chats von menschlichen Prüferinnen und Prüfern gelesen wird, auch von beauftragten Dienstleistern. Google bittet ausdrücklich darum, keine vertraulichen Informationen einzugeben, die man diese Prüfer nicht sehen lassen möchte.

Geprüfte Gemini-Chats werden laut Google bis zu drei Jahre aufbewahrt, und zwar auch dann, wenn du deine Aktivitäten löschst. Der Anbieter speichert Gemini-Aktivitäten standardmäßig 18 Monate. Den Zeitraum kannst du auf 3 oder 36 Monate oder unbegrenzt ändern. Außerdem lässt sich die Aktivitätsspeicherung abschalten (Stand Oktober 2026).

Auch bei anderen Anbietern gilt: Gespräche, die automatische Systeme als Verstoß gegen die Nutzungsregeln einstufen, werden länger aufbewahrt. Anthropic nennt hierfür bis zu zwei Jahre.

Löschen, temporäre Chats und was davon bleibt

Die großen Dienste bieten eine Art Gastmodus an. Bei ChatGPT heißt er temporärer Chat, bei Claude Inkognito-Chat. Solche Gespräche erscheinen nicht im Verlauf und werden laut den Anbietern nicht zum Training genutzt. Ganz spurlos sind sie trotzdem nicht: OpenAI kann eine Kopie bis zu 30 Tage aus Sicherheitsgründen behalten. Bei Gemini werden temporäre Chats und Chats bei ausgeschalteter Aktivitätsspeicherung 72 Stunden mit dem Konto aufbewahrt.

Wenn du einen normalen Chat löschst, verschwindet er sofort aus deiner Liste. Auf den Servern wird er bei OpenAI und Anthropic innerhalb von 30 Tagen gelöscht. Ausnahmen gibt es, wenn das Gesetz eine längere Aufbewahrung verlangt oder der Anbieter die Daten für die Sicherheit braucht.

Diese Fristen und Bezeichnungen ändern sich gelegentlich. Die genannten Angaben haben den Stand Oktober 2026. Im Zweifel hilft ein Blick in die Hilfeseiten des jeweiligen Dienstes.

Deine Rechte in der EU

In der Europäischen Union gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Sie gilt für alle Unternehmen, die ihre Dienste in der EU anbieten, also auch für Anbieter mit Sitz in den USA. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin.

Die DSGVO gibt dir unter anderem ein Recht auf Auskunft: Du kannst erfragen, welche persönlichen Daten ein Anbieter über dich verarbeitet, wofür und an wen sie gehen. Du kannst außerdem verlangen, dass Daten gelöscht oder berichtigt werden, und der Verarbeitung widersprechen. Google nennt in seinem Gemini-Hinweis ausdrücklich das Recht, falsche persönliche Angaben in Antworten korrigieren zu lassen.

Einordnung: Diese Rechte sind wertvoll, lösen aber nicht jedes Problem. Was bereits in ein fertig trainiertes Modell eingeflossen ist, lässt sich nach Aussage von Anthropic nicht mehr herausnehmen. Vorsicht beim Eintippen bleibt deshalb der wirksamste Schutz.

Was du besser nicht eintippst

BSI und Verbraucherzentralen empfehlen übereinstimmend, so wenig persönliche und sensible Daten wie möglich in KI-Dienste einzugeben. Dazu gehören zum Beispiel Passwörter, Kontonummern, Ausweisdaten, genaue Gesundheitsangaben, vollständige Namen und Adressen von dir oder anderen Menschen sowie vertrauliche Unterlagen vom Arbeitsplatz.

Oft lässt sich eine Frage auch ohne solche Details stellen. Statt "Mein Nachbar Herr Müller in der Lindenstraße 4 schuldet mir Geld" reicht "Ein Bekannter schuldet mir Geld, wie spreche ich das an?". Die Antwort ist meist genauso hilfreich.

Für Berufstätige gilt zusätzlich: Firmendaten gehören nur in Werkzeuge, die der Arbeitgeber dafür freigegeben hat. Geschäftsversionen der Anbieter haben andere Regeln als private Konten.

Quellen

Alle 6 Quellen anzeigen

KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell freigegeben.